Letzte Aktualisierung dieser Seite : 27.04.2007

Ki und das tägliche Leben

    In Wirklichkeit ist das Ki das wichtigste überhaupt im Aikido, so sehr, dass Aikido ohne Ki meiner Meinung nach nicht existieren kann. Dadurch wäre es eine andere Form von Kampfkunst. Wir haben überhaupt keinen Wettbewerb, auch nicht mit uns selbst. Wir haben eine einfache Aufgabe: Unser Bestes geben, immer. Und es ist egal, ob unser Bestes heute nicht so gut ist wie es Gestern war.

 


Ki und Geist

    Shoshin auf Japanisch heißt so viel wie "der Geist des Anfängers". Was ist damit gemeint ? Ein Anfänger, der wirklich etwas lernen will, ist frei von Urteilen, Vorurteilen, Beurteilen. Sein Geist ist in diesem Sinne leer. Und weil sein Geist leer ist, ist er auch in der Lage sehr viele Sachen zu erhalten, zu empfangen, ohne sich zuvor ein Bild zu machen oder ohne zu glauben, schon eine Vorahnung davon zu haben. Es ist ein großer Vorteil, um Fortschritte zu machen. Wenn der Anfänger keiner mehr sein wird, wird auch sein Geist voll sein von Erfahrungen, gut oder schlecht, Kenntnissen, Ideen, Wissen, usw. Danach wird sein Geist zu voll, um Neues zu akzeptieren oder Dinge, die anscheinend seinen Kenntnissen widersprechen. Anders gesagt, er wird sich sagen : "Diese Sache kann nicht existieren, sie existiert also nicht", auch wenn er sie doch vor Augen hat. Er sollte sich sagen : "Diese Sache kann aufgrund dessen, was ich kenne nicht existieren, aber anscheinend existiert sie doch. Wo ist die Lücke ?" Es ist meiner Meinung nach der gute, der richtige Geist, auch für Wissenschaftler - Shoshin. Versucht Shoshin zu behalten, so lange es geht, also immer, bis zum Ende.

    Die "Atemübung" Misogi erlaubt einem, seinen Körper zu reinigen, aber auch seinen Geist. Es ist eine gute Idee, um Shoshin wieder zu erreichen, um wieder frei zu sein, andere Sachen anzunehmen, auch die, die unseren Erfahrungen widersprechen. Die Augen sehen bei weitem nicht die ganze Realität, z.B. sehen sie nichts vom Infrarotlicht oder Ultraviolett oder Röntgen oder... Aber es gibt noch viel mehr Unsichtbares, auch für die Wissenschaft, z.B. das Ki. Jetzt könntet ihr vielleicht direkt eine nette Zen-Geschichte lesen, Professor Dr Dr.

Ki und mehr

    In Südfrankreich ist es üblich, Anfang Dezember Linsen und/oder Weizenkörner auf Baumwolle zu säen. Die Baumwolle muss ständig feucht sein, in einem Teller z.B., und nahe der Heizung stehen, mit viel Licht. In ein paar Wochen (also bis Weihnachten) wachsen schöne, grüne, zarte Pflanzen. Natürlich ist es nur "für die Kunst", also nur für die Zierde, für die Harmonie in der Krippe gedacht, und Anfang Januar wandert alles auf den Kompost. Dasselbe funktioniert auch in Deutschland, doch doch, und ihr könnt es ausprobieren. Schon nach dem ersten Tag werdet ihr SEHEN, wie die Körner immer dicker werden und wie die erste Wurzel entspringt, und wie die Pflanze sich langsam entwickelt. Seid geduldig, und ihr werdet die Pflanze wachsen sehen, etwa einen Millimeter in der Stunde. Ich kann nicht sagen, wie viele Stunden ich das als Kind getan habe, aber es waren wirklich viele. Und heute finde ich es immer noch absolut spannend. Es ist viel interessanter - meistens - als Fernsehen. Ihr werdet dabei reines Ki, reine Harmonie erhalten. Und wenn ihr im Januar alles wegwerfen werdet, dann werdet ihr immer noch das Ki fühlen. Die Harmonie geht weiter, mit den Mäusen oder den Vögeln, die das Ganze fressen werden. Vielleicht werden die Tiere es sogar als Versteck nutzen. Nichts geht verloren, nichts kommt von nichts. Das Ki ist überall, auch in einem Linsenkeim.

Probe mit roten Linsen, am 05. April 2007 gesät

06. April, Zuerst ruhen lassen.

07. April. Das Giessen nicht vergessen.

08. April, aufpassen : nicht zu viel Wasser.

09. April. Etwas bewegt sich.

10. April. Es fängt wirklich an.

11. April. Ab jetzt wirkt jede Stunde anders.

12. April. Zwei Bilder am Tag wären nötig.

13. April. Das Grüne kommt.

14. April. Das Leben ist schön.

15. April. Und bald...

16. April. ...werden wir die Linsen nicht mehr sehen.